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Kinder­fahrrad­helme im KONSUMENT-Test: Alle Modelle weisen Mängel auf

Kinderfahradhelme

Für Kinder bis zum 12. Lebensjahr gilt in Österreich Helmpflicht beim Radfahren. Autor: Arbeiterkammer OÖ.

Das Testmagazin KONSUMENT hat 17 am Markt erhältliche Kinderfahrradhelme unter die Lupe genommen. Keiner der geprüften Helme konnte sowohl beim Unfallschutz als auch bei der Handhabung vollständig überzeugen. Die meisten Modelle wurden lediglich als „durchschnittlich“ bewertet, 2 Helme sind sogar nur „weniger zufriedenstellend“. Trotzdem gilt: Auch ein Helm mit Mängeln bietet deutlich mehr Schutz als gar kein Helm.

Helme senken Risiken …

Wie wichtig ein Fahrradhelm ist, belegen Studien eindrucksvoll. Laut einer groß angelegten US-Untersuchung sinkt bei einem Fahrradunfall mit Helm das Risiko eines schweren Hirntraumas um 52 Prozent. Auch die Gefahr, an den Folgen eines Unfalls zu sterben, ist mit Helm um 44 Prozent geringer.

… und verhindern schwere Kopfverletzungen

Im aktuellen Helmtest konnten zwar alle geprüften Modelle Aufprallkräfte deutlich abfedern und damit schwere Kopfverletzungen verhindern, dennoch zeigten sich Unterschiede bei der Schutzwirkung. Besonders die Modelle von Fischer, Poc und Puky wiesen Schwächen bei den Stoßprüfungen auf. Insgesamt bieten diese Helme aber immer noch einen befriedigenden Unfallschutz – auch wenn sie insbesondere den Schläfenbereich besser schützen könnten. Abus YouDrop und Melon Urban Active, die eine „weniger zufriedenstellende“ Beurteilung erhielten, dämpfen Stöße zwar ordentlich ab, doch ihre seitlichen Riemen sowie der Kinnriemen können sich während der Fahrt deutlich lockern. Im Ernstfall könnte der Helm dadurch verrutschen und den Kopf nicht mehr zuverlässig schützen.

Mit den Gurten hängen bleiben

Neben dem Unfallschutz standen auch Sicherheitsdetails im Fokus. Problematisch sind bei mehreren Modellen lange, lose Restriemen, die nach dem Anpassen übrigbleiben. Vor allem bei den Helmen von Abus und Bell lassen sich diese nicht gut sichern. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Kinder mit den Gurten irgendwo hängen bleiben. Insgesamt wurde bei 6 Modellen Verbesserungsbedarf bei Riemen und Verschlusssystemen festgestellt.

Besser sichtbar mit Helm

Auch die Sichtbarkeit im Straßenverkehr wurde geprüft. So sind die Helme von Bell, Decathlon und Uvex, im Dunkeln kaum erkennbar. Zwar ersetzt ein gut sichtbarer Helm keine Fahrradbeleuchtung, er kann jedoch dazu beitragen, dass Kinder von anderen Verkehrsteilnehmenden früher wahrgenommen werden.

Tipps für den Helmkauf

  • Den Kopfumfang des Kindes etwa 1 Zentimeter über den Augenbrauen messen. Dieser Wert dient jedoch nur als grobe Orientierung, da letztlich die Kopfform entscheidend ist.
  • Der Helm sollte waagrecht sitzen und Stirn, Schläfen sowie Hinterkopf abdecken, wobei die Vorderkante etwa 2 Fingerbreit über den Augenbrauen liegt. Das Kind bei der Anprobe den Verschluss selbst öffnen und schließen lassen, um die Alltagstauglichkeit zu prüfen.
  • Den Helm sorgfältig anpassen: Er muss festsitzen, ohne zu drücken oder zu wackeln. Die seitlichen Gurtbänder sollten fingerbreit unter den Ohren ein Dreieck bilden, der Kinnriemen etwa 2 Finger Platz lassen. Ein zu langer Restriemen sollte mit Schlaufen gesichert werden, damit Kinder nicht daran hängen bleiben.

Original erschienen auf Arbeiterkammer OÖ.

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Stephan Ifkovits

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