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Frauen sind mehr­fach psychisch belas­tet: AK fordert An­erkennung von Mental Load als arbeits­relevanten Faktor

AK Oberösterreich Vorderansicht; Mental Load

Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Autor: Arbeiterkammer OÖ.

Foto: © Arbeiterkammer OÖ

Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Der Druck auf die Beschäftigten steigt und damit auch der sogenannte Mental Load. Umso wichtiger ist es, die psychische Gesundheit der Arbeitnehmer:innen zu schützen. Denn psychische Belastung ist oft ein strukturelles Problem, das Frauen besonders hart trifft. Die AK Oberösterreich fordert daher, Mental Load endlich als arbeitsrelevanten Faktor anzuerkennen.

Mental Load bezeichnet die unsichtbare, dauerhafte und oft belastende Verantwortung für Planung und Sorgearbeit, etwa die Organisation der Kinderbetreuung, die Pflege Angehöriger, die Terminkoordination bei Ärzt:innen und vieles mehr. Diese permanente Mehrfachbelastung kann sich negativ auf die psychische Gesundheit und somit auch auf die Arbeitsfähigkeit auswirken. Da Frauen nach wie vor den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit übernehmen, sind sie stärker betroffen als Männer.

Laut WIFO-Fehlzeitenreport 2025 waren psychische Erkrankungen im Vorjahr Hauptursache für 22,3 Prozent der Langzeitkrankenstände von Frauen und für 13,5 Prozent jener der Männer. Tendenz steigend. Zudem lassen sich 45 Prozent aller Invaliditätspensionen auf psychische Erkrankungen zurückführen. Mentale Belastungen sind damit längst ein zentraler Treiber für Krankenstände, Frühpensionierungen und den Verlust dringend benötigter Fachkräfte. Bis 2050 fehlen in Österreich laut AMS-Schätzungen 120.000 Erwerbspersonen. AK-Präsident Andreas Stangl sagt:

„Der Schutz der psychischen Gesundheit gewinnt immer mehr an Bedeutung. Denn nur wer körperlich und mental gesund ist, steht dem Arbeitsmarkt bis zum tatsächlichen Pensionsantrittsalter zur Verfügung.“

Weiterentwicklung gesetzlicher Regelungen notwendig

Zwar verpflichtet das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) Arbeitgeber:innen bereits zur Evaluierung psychischer Belastungen. In der Praxis fehlen aber noch Qualitätsstandards, Kontrollmechanismen und verpflichtende Maßnahmenpläne. Hinzu kommt, dass Arbeitspsycholog:innen bislang nicht mit Arbeitsmediziner:innen und Sicherheitsfachkräften gleichgestellt sind. Es braucht daher dringend eine Evaluierung und Weiterentwicklung des gesetzlichen Rahmens im ASchG.

Die Arbeiterkammer Oberösterreich fordert:

  • die gesetzliche Berücksichtigung von Mental Load als arbeitsrelevanten Faktor
  • die Verankerung der Arbeitspsycholog:innen im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz als gleichwertige Präventivfachkräfte, ohne Einschränkung der Präventionszeiten von Arbeitsmediziner:innen und Sicherheitsfachkräften
  • die regelmäßige Optimierung, Aktualisierung und Anpassung der Erhebungsinstrumente zur Evaluierung psychischer Belastungen an den aktuellen Stand der Wissenschaft und Praxis, um eine valide, zuverlässige und zeitgemäße Erfassung sicherzustellen

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Stephan Ifkovits

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