Beim Tag der offenen Tür im Biomasseheizwerk Spillern, das im Frühjahr in Betrieb genommen wurde, konnten zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus der Region einen detaillierten Einblick in die Produktion regionaler Naturwärme gewinnen. Die geführten Rundgänge durch das Heizwerk machten die Technik hinter der Wärmeversorgung anschaulich: Der 5 Megawatt Kessel, die Regeltechnik und das Förder- und Brennstofflager erklärten Fachleute der EVN vor Ort, ergänzt durch Informationen zur effizienten Einbindung in das bestehende Naturwärmenetz.
Besonderes Interesse galt der Praxis: wie Waldhackgut aus der Umgebung als Brennstoff eingesetzt wird, wie kurze Transportwege und regionale Wertschöpfung funktionieren und wie sich durch die Vernetzung mit dem Naturwärmenetz Stockerau Verbrauchsspitzen ausgleichen lassen. Die Verbindung der Netze erhöht die Versorgungssicherheit, reduziert den Bedarf an fossilen Ersatzkesseln und verbessert die CO2 Bilanz der regionalen Wärmeversorgung.
„Mit dem neuen Heizwerk investieren wir in eine sichere, klimafreundliche Wärmeversorgung direkt vor Ort. Naturwärme stärkt nicht nur die Umwelt, sondern auch die regionale Wirtschaft und die Lebensqualität in unserer Gemeinde. Ich freue mich, wenn viele Menschen kommen und sich persönlich ein Bild von diesem wichtigen Projekt machen“,
so Bürgermeister Thomas Speigner.
Gerhard Sacher, Geschäftsführer EVN Wärme, betonte die Bedeutung der Anlage für die regionale Energiezukunft:
„Naturwärme ist mehr als ein technisches System – sie ist eine regionale Lösung für Klimaschutz und Versorgungssicherheit. Die neue Anlage in Spillern zeigt, wie lokal erzeugte Biomasse effizient und sauber in Wärme für Haushalte und öffentliche Einrichtungen verwandelt wird. Die Vernetzung der Anlagen macht unser Naturwärmenetz besonders robust und nachhaltig.“
Sacher hob außerdem hervor, dass die Anlage auf zukünftige Erweiterungen ausgelegt ist, um bei steigendem Bedarf flexibel reagieren zu können.
Der Tag der offenen Tür bot auch Raum für Gespräche über die kommenden Schritte: den weiteren Ausbau der Fernwärmeverbindungen, zukünftige Wärmeversorgungsmöglichkeiten und die langfristige Perspektive einer stärkeren regionalen Vernetzung bis hin nach Korneuburg.

EVN Wärme
Der Einsatz erneuerbarer Energien ist für die EVN insbesondere im Wärmebereich seit vielen Jahren von großer Bedeutung. Die EVN betreibt heute mit Partnern aus der Landwirtschaft und der Sägeindustrie bereits rund 80 Biomasseanlagen in ganz Niederösterreich und Teilen Oberösterreichs und versorgt 150.000 Haushalte.
Etwa zwei Drittel der gelieferten kommunalen Fernwärme wird derzeit aus Biomasse erzeugt. Zusätzlich arbeitet die EVN an weiteren Technologien wie Power-to-Heat-Anlagen, Solarthermie und Tiefen-Geothermie, um die Wärmeversorgung in Niederösterreich auf noch breitere Beine zu stellen.


